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I’ve been dreaming of a time when …
To be standing by the flag not feeling shameful
Heute morgen haben wir im Arcade, dem ältesten Restaurant von Memphis gefrühstückt (gegründet 1919). Es ist ein sehr schöner Ort an einer Kreuzung, die wie die Kulisse für einen 50er-Jahre-Film aussieht. Die Sandwiches hier sind wirklich gut, ach was, sie sind geradezu umwerfend gut, vor allem, wenn man häufiger gezwungen ist, sich an der Interstate irgendeinen Fraß zu kaufen. Leider dauert die Zubereitung deutlich länger als bei Burger King oder Poboys Diner („Eat Dessert first!“). Ich habe versucht, das ganze ein bisschen zu beschleunigen, in dem ich mich daran erinnerte, das man Busse durch das Anzünden einer Zigarette heranzaubern kann. Ich ging also vor die Tür, steckte mir eine Kippe an – und es kam ein Bus. Das war nicht ganz was ich beabsichtigt hatte, aber naja. Der Busfahrer trug eine Uniform, ein blaues Hemd, ein bisschen dunkler als die BVG-Hemden, aber der Stil war derselbe. Nur dass am linken Oberarm eine US-Flagge prangte. Man stelle sich einen Berliner Busfahrer mit Deutschlandfahne auf dem Hemd vor (oder lasse es lieber!). Das geht irgendwie gar nicht. Nüscht gegen die Deutschlandfahne. Sie ist nicht so hübsch wie die amerikanische (tatsächlich war die DDR-Fahne schöner), aber sie steht immerhin für die akzeptableren Teile der deutschen Geschichte und trotz des Morrissey-Zitates oben versinke ich nicht vor Scham im Boden, wenn ich bei einer Deutschlandfahne stehe, was ich freilich auch nur selten tue. (mehr…)
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An der Stelle kann man mal die große Klischeekeule rausholen…Wir sind in Memphis-Tennessee, Stadt des Rock´n`Roll, der Hot-Rods und der Rockabilly-Girls. Ja, das isses. Nur, diese Mädels sammeln Geld für neue Kostüme und ihre Show. Es ist also mehr zweckorientiert, was hier im Baströckchen und Bikini passiert, und auch nicht andauernd. Schade. Das alles passiert vor dem Shangri-La, einem Recordstore in der Altstadt von Memphis. Leider sind die Mädels auf Tour, wenn wir beginnen zu drehen. Damit gehen wir allerdings sicher, das die Jungs unserer Truppe das Sabbern einstellen. Schluchzs.
- Carwash
- Rockabilly
- Wash my Cadillac
- Carwash
„Nachdem wir das Ziel aus unseren Augen verloren hatten, verdoppelten wir unsere Anstrengungen.“ (Mark Twain)
(lutze)
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Ok, Monsta Movies sind ja für drastisch reale, konsequente und unglaublich spannende Geschichten bekannt. Wir möchten aber trotzdem darauf hinweisen, dass wir mit dem Ableben von Michael Jackson nun wirklich nichts zu tun haben.
Unsere Zeit in Vicksburg ist vorbei und wir sind berühmt. Zumindest in Vicksburg. Irgendwie haben die das falsch verstanden. Wir sind doch eigentlich diejenigen, die Interviews machen wollten mit den Menschen hier um ihre Geschichten zu hören. Stattdessen haben sich die Lokaljournalisten hier abgesprochen, uns mit unfassbar leckeren Shakes in ein kühles Kaffee gelockt und uns Löcher in den Bauch gefragt.
Zum Glück waren es Journalisten. Denn danach haben wir einen Mann getroffen, dessen Löcher im Bauch deutlich mehr weh getan hätten. Bei Phil kann man einfach in den Laden kommen und eine Waffe kaufen. Er selbst trägt seine Colt Governement seit 38 Jahren jeden Tag am Hosengürtel, seitdem er im Vietnamkrieg nach eigenen Angaben fünf mal mehr Menschen erschossen hat, als in seinen Laden passen. Und Phil ist stolz wie Hugo. Immerhin bekämpft er die Kriminalität. Auf einem seiner Werbeaufkleber ist zu lesen: „Fight Crime. Shoot back.“ Nicht zu fassen.
Abends waren wir bei Greg zum Barbecue eingeladen. Er hat mir gestanden, auch eine Waffe in seiner Hosentasche zu haben. Ich habe nicht nachgeschaut, aber das wurde angesichts seiner unglaublichen Kochkünste und tollen Freunde auch zweitrangig. Endlich mal kein Fast Food, so lecker!! Wer dann die Schnapsidee hatte, auf der Ladefläche von Gregs Pick-Up durch den dichten Mangroven-Wald zu einem Fluss zu fahren, weiß ich nicht. Auf jeden Fall hat dieser Jemand nicht bedacht, dass Waldboden klassischerweise übersäht ist von unglaublich tiefen Schlaglöchern, dessen Erschütterungen die Ladefläche eines Pick-Ups nur mäßig abfedert. Ebenfalls nicht bedacht waren die Äste, die in einem Wald erfahrungsgemäß einfach so im Weg rum hängen und nicht davor zurück schrecken, deutschen Dokumentarfilmern gnadenlos in´s Gesicht zu fatschen. Dieser Jemand muss aber gewusst haben, dass es sich unfassbar schön anfühlt, mitten in der Nacht an einem weißen Sandstrand zu landen und sich darüber wundern, wie still es an manchen Orten Amerikas manchmal sein kann.
- Interview
- Colt
- „Fight Crime. Shoot back.“
- Barbecue
- auf Gregs Pick-Up
- Gregs Pick-Up
- durch den Wald
- weißer Sandstrand
(jadwi)












