Mister & Missis.Sippi

Auf den Spuren Mark Twains mit dem Floß durch die Südstaaten

Strike King´s Ding

Wir sind zurück. Hat zwar eh schon jeder mitbekommen, denn statt Schlaf gibt es lange Kneipengespräche mit den wenigen echten Freunden, die man als Filmschaffender hat (oder glaubt zu haben). Der Jetlag macht es möglich – vor um zwei ins Bett zu gehen lohnt sich ohnehin nicht. Man suhlt sich von einer Seite zur anderen und horcht in seinen vom amerikanischen Bier,  20 Schachteln Malle Twentyseven und Frittierfett malträtierten Körper hinein. Spürt man dort nicht ein Schweinegrippchen anrollen, oder was anderes viel Exotischeres – Nilfieber, Moskito-Aids oder die Mississippi-Jigger-Pest. Wer weiß, vielleicht sind wir auch als Biowaffe missbraucht worden, schleppen einen CIA-Virus ein und ehe man es sich versieht, rennen alle Deutschen mit orangenen Baseballkappen herum, glauben an Voodoo, oder noch schlimmer an durchgeknallte Baptistenprediger und steuern dabei ihre VW-Busse per Gedankenkraft von der hinteren Sitzbank. (Ich bin gerade nach Dresden unterwegs, das TomTom klagt über Kopfschmerzen während Gaspeal und 75 PS Befehlen aus meinem Kleinhirn Folge leisten). Wie auch immer – so eine Reise verändert (Hüstel – da ist doch was…).
voodoo
Ich persönlich liebe Amerika jetzt anders. Vielleicht kann man das mit einer Ex-Freundin vergleichen, die sich seit man nicht mehr zusammen ist, große Titten hat basteln lassen. Irgendwie ist die Vorstellung von Dies und Das geil, aber nach einem gemeinsamen Kaffee vergeht die Lust auf weitere Spielchen. In der neuen Verpackung ist eben der gleiche alberne Kram, der einen schon vor Jahren auf den Keks ging. Und jetzt geht einem Amerika auf den Cookie, und zwar auf den Schoko-Cookie. Wir haben den Obama-Hype importiert, obwohl sich zumindest in den Südstaaten kein Afroamerikaner dafür interessiert und lieber Mc Cain oder Hillary in seiner Hood rumrennen sehen würde (ist natürlich übertrieben, aber unsere europäischer Verzückung können sie nicht nachvollziehen). Wo war ich. Ach ja Amerika lieben…Ich liebe einige der Menschen die wir trafen, 26 Zoll-Felgen, Diet-Cherry-Coke-Coffeinfrei, Zimtzahnstocher, Navigationsgeräte die durchdrehen, blonde amerikanische Mädchen vor ihrer „Fett-wie-Jabba-und-Stumpf-wie-Ikeamesser“-Phase, wasserdichte Handys, Satellitenradio im Auto, Rudern, alle Autos bis Baujahr 1985, Bounce-Musik, die Eiswürfelautomaten, Tätowierungen auf blassen Mädels, roten Nagellack auf deren Händen, Bud-Light (weil es die Soße überall gibt), die Tankrechnungen, gegrillte Maiskolben, Catfish, Schildkröten, trockene Zelte, Stetson-Hüte, DEED, den Mississippi, Stürme (die zeigen das man klein und popelig ist) und Softeis.

Ein dreifaches Hiphiphurra auf die USA. Und das meine ich ehrlich.

(Lutze)

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Ein Gedanke zu „Strike King´s Ding

  1. Wo hast`n den Hut her? Und was ist mit der schönen „Redneck – It`s a livestyle“-Mütze? Viel Spaß (und Ruhe) in Dresden!

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